Weinbau
 Erstes Gewächs  
 Winzersekt  
 Weinchroniken  
 Jahrgang 2009  
 Jahrgang 2008  
 Jahrgang 2007  
 Jahrgang 2006  
 Jahrgang 2005  
 Jahrgang 2004  
 Jahrgang 2003  
 Jahrgang 2002  
   
 
> Rheingauer Weinbauverband / Wein / Weinchroniken / Weinchronik 2004
 
Der Weinjahrgang 2004
Ein Wunschjahrgang für den Winzer und den Weinfreund

   
     
Nach einem Jahr der meteorologischen und phänologischen Superlative in 2003 sind die Winzer über ein weitgehend normal verlaufenes Vegetationsjahr zufrieden.

Der Winter verlief ohne tiefere Temperaturen und somit auch ohne Frostschäden. Im Januar sorgten die Tiefausläufer „Hanne“ und „Gerda“ nach langer Zeit wieder für ergiebige Regenfälle, die beim Rhein innerhalb kürzester Zeit zu einem starken Pegelanstieg von Niedrigwasser bis zur leichten Überflutung der B 42 führte. Was von Februar bis Ende Juni vom Himmel fiel, lag dann aber nicht nur weit unter dem langjährigen Mittel, sondern verteilte sich auch noch auf viele einzelne Ereignisse.
 
Nachdem bezüglich Wärme Februar und März der Norm entsprachen, sorgten höhere Temperaturen ab Mitte April im Vergleich zum 30jährigen Mittel beim Riesling doch noch für einen um sechs Tage verfrühten Austrieb.

Höhere Temperaturen ab Ende Mai und besonders Hoch „Vincent“ ab dem 6. Juni sorgten wieder für einen kräftigen Entwicklungsschub, so dass die Blüte dann doch früher als angenommen einsetzte.

Obwohl es im Juni an 9 Tagen regnete, was bei vielen Menschen schon den Eindruck eines verregneten Sommers machte, zeigte der Blick auf den unbestechlichen Regenmesser insgesamt nur 20 l/m². Bei Gewittern Mitte Juli kam es in einigen Gemarkungen auch zu Hagelschauern, ohne jedoch größere Schäden zu verursachen. Ein starker lokaler Hagelschauer traf am 7. August den Wiesbadener Neroberg. Mit teilweise über 70% Schaden war dies das folgenreichste Naturereignis in der Geschichte des „städtischen“ Neroberges.

Sowohl im Juli als auch im August fielen überdurchschnittlich viel Niederschläge, so dass sich die schlechte Wasserbilanz der Böden merklich entspannte. Dabei dürften vor allem die Augustniederschläge, die das langjährige Mittel um über 80% übertrafen, sich mengensteigernd ausgewirkt haben. Insgesamt lag der Sommer im Normalbereich, lediglich die Sonnenscheinstunden hatten ein nennenswertes Defizit.

Für die Erzeugung höherer Qualitäten war besonders beim Spätburgunder eine Ausdünnung der Trauben erforderlich. Der Reifebeginn lag im bereich des 30 jährigen Mittels. Bedingt durch herrliches Altweibersommerwetter ab Ende August - der September war insgesamt um durchschnittlich 1,2 °C zu warm, sehr sonnenreich und zu trocken - sowie einer gesunden Laubwand nahmen die Mostgewichte schnell zu. Der Niederschlag vom 22. mit 18 l/m² (Eltville) sorgte insbesondere auf leichten Böden für eine starke Wasseraufnahme durch die Rebe, was vielfach zu einem Abdrücken der Beeren vom Stielgerüst bzw. zu einem Aufreißen der Beerenhaut führte. Beides stellte ideale Eintrittspforten für die Botrytis dar, so dass es vielerorts trotz scheinbar günstiger Witterung zu einer raschen Verbreitung von Fäulnis kam.

Da auch der Oktober sein Wärmesoll übererfüllte und die Winzer den Lesebeginn hinauszögerten, stiegen die Mostgewichte auf ein Niveau, welches man bei Reifebeginn nicht erwartet hätte. Auffallend war in diesem Jahr das relativ große Beeren- und Traubengewicht. Zu Beginn der Lese waren die Erträge meist relativ hoch. Da sich die Rieslinglese über etliche Wochen hinzog, gingen diese im Verlauf des Herbstes jedoch stark zurück.

Aufgrund der permanent hohen relativen Luftfeuchte konnten nur wenig edelsüße Gewächse geerntet werden.
 

Herausgeber

Regierungspräsidium Darmstadt

Dez. Weinbauamt Eltville

Tel. (06123) 905827
E-Mail: a.booss@rpda.hessen.de
 
 
   
   
     
   
Impressum  •  Mitglieder-Bereich  •  Partner