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Der Weinjahrgang 2002
Vom Schoppen bis zum rassigen, fruchtbetonten Eiswein: der 2002er erfüllt alle Wünsche
     
Zu warm und zu feucht bei durchschnittlicher Sonnenscheindauer. So ließe sich das Jahr 2002 von Januar bis Dezember meteorologisch auf eine Kurzformel bringen. Aber ein Mittelwert sagt ja bekanntlich noch nichts über die Schwankungsbreite und den Verlauf aus.

Das neue Jahr begann mit einem im „Soll“ liegendem Temperatur-monatsmittel. Von Winterfrostschäden blieb der Rheingau verschont. Der Austrieb erfolgte beim Riesling eine Woche vor dem 30-jährigen Mittel, der Juni lag mit einer Durchschnittstemperatur von 20,1° C rekordverdächtig über dem langjährigen Mittel. Eine Höchsttemperatur von 34,5° C wurde in diesem Sommer erreicht.
Die warme Witterung führte zu einem um eine Woche verfrühten Blühbeginn sowie zu einem raschen und guten Blüte-verlauf. Der Juli sorgte mit reichlich, aber je nach Gemarkung stark schwankenden, Niederschlägen für ein Auffüllen der Bodenvorräte.

Dem sehr warmen Juliausgang folgte ein „Kälteeinbruch“ mit Niederschlägen Anfang August. Die Rebentwicklung wurde dadurch allerdings nur wenig beeinflusst. so dass die Reife beim Spätburgunder am 11. und beim Riesling am 15. August einsetzte. Weit überdurchschnittliche Temperaturen sorgten ab dem 12. August für einen schnellen und kontinuierlichen Reifeverlauf. Glücklicherweise ging das schöne Spätsommerwetter im September nahtlos in einen beständigen „Altweibersommer“ über. Dabei förderte die warme Witterung tagsüber die Zuckerproduktion, während die meist kühlen Nachttemperaturen die Fäulnis in Grenzen hielt.

Nach einer kurzen Schlechtwetterphase mit wenig Niederschlägen bescherte uns Hoch "Kilian" ab 28. September wieder strahlenden Sonnenschein bei angenehmen, aber nicht zu hohen Tagestemperaturen. Insgesamt fielen im September nur 12 l/m2 Regen (normal: 48 l/m2).

Von Mitte bis Ende Oktober herrschte durchwachsenes Wetter mit reichlich Niederschlägen vor. Somit wurden die Winzer, die die Lese hinauszögerten, nicht entsprechend belohnt. Einige Betriebe konnten jedoch bereits vor dem 15. Oktober Beeren- und Trockenbeerenauslesen ernten. Leider trog auch die Hoffnung auf eine längere niederschlagsfreie Periode im November, so dass die weitere Ernte hochkarätiger Edelgewächse nur sehr begrenzt möglich war.

Ausgleichend dafür konnten jedoch dank des aus Osteuropa einwandernden Hoch`s „Yussuf“ bereits am 10., 11. und 12. Dezember Eisweine geerntet werden, wovon viele Betriebe dankbar Gebrauch machten.
 

Herausgeber

Regierungspräsidium Darmstadt

Dez. Weinbauamt Eltville

Tel. (06123) 905827
E-Mail: a.booss@rpda.hessen.de
 
 
   
   
     
   
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