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Der Rheingau ist ein Land des Rieslings

Der Riesling gilt als die edelste Weißweinrebe. Das deutsche Rieslinganbaugebiet ist das größte der Welt.

Über seine Herkunft wird gerätselt. Die Rebsortenfachleute, die Ampelographen, vermuten, dass er aus einer rheinischen Ur- oder Wildrebe entstanden ist.

Die Erstnennung des Rieslings fällt in das Jahr 1435.

Am 13. März 1435 vermerkt der Verwalter der sich im Besitz der Katzenelnbogener Grafen befindlichen Burg zu Rüsselsheim in einer Kellereirechnung den Kauf von Pflanzreben der Sorte Riesling: "Item 22 Solidi (Münzeinheit) umb Setzreben rießlingen in die wingarten."

 

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Der Rhein mit seinen Nebenflüssen ist aufgrund der klimatischen Voraussetzungen auch das ideale Anbaugebiet für den Riesling.

In trockenen, flachgründigen, steinigen Südhängen wächst hier keine Rebe besser, als der Riesling. Er braucht die Sommersonne, aber er vermag auch viel besser als andere Rebsorten dem Rost des Winters zu widerstehen.

Winterfröste bis zu 20 Grad und, wenn das Holz der Reben gut aus-gereift ist, bis zu 25 Grad unter Null übersteht der Riesling fast immer ohne größere Schäden.

Im Rheingau und den übrigen nördlicheren Anbaugebieten ist die Sonneneinstrahlung nicht so intensiv und die Temperatur nicht so hoch wie in südlicheren Weinbaugegenden; das kommt der langen Reifezeit des Rieslings entgegen und gewährt ihm die zur Ausbildung seiner Fruchtsäure und seines Aromas erforderliche Zeit.

Die spritzige Eleganz, de phantasieanregende Verbindung zwischen edler Süße und feiner Säure vermag er nur in unseren nördlichen Breiten hervorzubringen.

Heute beginnen die Rheingauer Winzer die Lese der Rieslingtrauben selten vor Mitte Oktober, um so der langen Reifezeit des Rieslings gerecht zu werden.

Ein so spätes Lesen war in unseren Breitengraden nicht üblich, da die Winzer den Fäulnisbefall der Trauben befürchteten. Erst die Entdeckung der Edelfäule sollte dies ändern. Im Jahr 1775 kam es in dem Rheingauer Benediktinerkloster auf dem Johannisberg zur Entdeckung der Edelfäule und des Wertes der Spätlese. Dieses Ereignis verbindet die Geschichte des Rieslings untrennbar mit der Geschichte des Rheingaus.
 
 
   
   
     
   
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