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Das Zisterzienserkloster Eberbach

Die Geschichte Eberbachs ist eng mit der Person des hl. Bernhards von Clairvaux verknüpft.

Der heilige Bernhard von Clairvaux (um 1090 - 1153) gehört sicherlich zu den wichtigsten Gestalten des späten Mittelalters.

Im Jahre 1112 trat Bernhard gemeinsam mit dreißig Verwandten der jungen Zisterziensergemeinschaft von Citeaux bei. Drei Jahre später entsandte ihn Abt Stephan Harding mit einer Gruppe von Mönchen nach Clairvaux, um dort ein neues Zisterzienserkloster zu gründen. Bis zu seinem Tode blieb Bernhard der Abt des Klosters Clairvaux.
 

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Bernhards Einsatz, seine Beredsamkeit, sein Charisma und seine umfangreiche publizistische Tätigkeit machten den Zisterzienserorden schnell bekannt und sorgten für die enorme Ausbreitung des Ordens. Bis zum Tode Bernhards im Jahre 1153 waren in Europa 344 Zisterzienserklöster entstanden. Dieser „Aufstieg“ der Zisterzienser ist ein bedeutendes Ereignis der europäischen Geschichte des 12. Jahrhunderts gewesen.

Der Begriff „bernhardinisches Zeitalter“ für diese geschichtliche Epoche verdeutlicht die historische Bedeutung des hl. Bernhard.

Das Kloster Clairvaux in Burgund unter seinem Abt Bernhard war das geistige Zentrum der Zisterzienser, zu dem Eberbach als „filia“, als Tochter, in direkter Verbindung stand:

Eberbach ist neben Himmerod in der Eifel das einzige Tochterkloster des Klosters Clairvaux in Deutschland. 1136 kamen der spätere Abt Ruthard und 12 weitere Zisterziensermönche aus Clairvaux in das Rheingauer Kisselbachtal, um dort ein Kloster zu gründen. Der Mainzer Erzbischof Adalbert unterstützte die Zisterzienser in ihrem Vorhaben durch Besitzschenkungen und die Verleihung von Privilegien.

Schenkt man der Gründungslegende Glauben, dann war es der hl. Bernhard von Clairvaux persönlich, der zusammen mit dem damaligen Mainzer Erzbischof Adalbert I. (1110 - 1137) das etwas abgelegene Kisselbachtal im Rheingau aufsuchte.

Ein wilder Eber soll plötzlich aus dem Wald gekommen sein und vor ihren Augen mit seinem Rüssel gleich einer Pflugschar den Boden aufgebrochen haben, um so den zukünftigen Klosterbezirk zu begrenzen.


Der Mönchsorden der Zisterzienser war aus einer Reformbewegung innerhalb der Benediktiner hervorgegangen. Die Zisterziensermönche wollten sich von der herrschaftlichen Lebensweise vieler Benediktinermönche absetzen. Ihr Ziel war die Rückbesinnung auf die „reine Regel“ des heiligen Benedikts von Nursia (ca. 480 - 547), des Begründers des Benediktinerordens. Sie wollten nicht länger von der Arbeit der Knechte und Pächter leben, sondern ganz im Sinne des hl. Benedikts von ihrer eigenen Handarbeit; den Grund und Boden, den sie besaßen, wollten sie wieder selbst bearbeiten. In ihrer Ordensregel, der „Charta Caritatis“, heißt es dazu: „Die Mönche unseres Ordens müssen von ihrer Hände Arbeit, Ackerbau und Viehzucht leben. Daher dürfen wir zum eigenen Gebrauch besitzen: Gewässer, Wälder, Weinberge, Wiesen, Äcker, sowie Tiere...“


 
 
   
   
     
   
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