Kartographische
Grundlagen
Die Basis für die kartenmäßige Darstellung
des Mostgewichtes wurde mit den Standortunter-suchungen im
Rheingau gelegt, die unter Mitwirkung der Forschungsanstalt
Geisenheim, des Weinbauamtes Eltville und des Deutschen Wetterdienstes
bereits 1960 begannen und bis 1984 andauerten. Im Rheingau
wurden die Erhebungen an der Rebsorte Riesling durchgeführt.
So war es beispielsweise möglich, bereits 1967 einen
Standortatlas für den Rheingau herauszugeben, der schon
eine erste Gütekarte enthielt, (ZAKOSEK et al. 1967).
Mit finanzieller Unterstützung des Hessischen Ministeriums
für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz wurde 1996
eine Neuauflage der ersten Standortkarte für den Rheingau
herausgegeben, die mit vielen Themen zum Wasserhaushalt und
zum Umweltschutz die erste Auflage erweiterte und inhaltlich
verbesserte (LÖHNERTZ 1999).
Auch die Erkenntnisse der Einflüsse von Boden und Klima
auf das Mostgewicht der Rebsorte Riesling haben sich seit
der Erstauflage weiter entwickelt (HOPPMANN 1988). Diese konnten
für die Erstellung der Mostgewichtskarte genutzt werden.
Die langjährigen Erhebungen bilden die Grundlage für
die Entwicklung eines Mostgewichtsmodells für den Riesling,
das die Berechnung des Mostgewichtes für jeden Geländepunkt
mit Hilfe eines Computers ermöglicht, wenn die Klima-
und Bodenverhältnisse für diesen Punkt bekannt sind.
Die Berechnungen erfolgten für den Zeitraum 1961 bis
1990. Der Einfluss des Klimas auf das Wachstum und die Reife
der Beere wechselt in einzelnen Entwicklungsstadien. Die Berechnung
der Standortvariablen wird deshalb den phänologischen
Entwicklungsstadien zugeordnet.
|