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Rheingauer Weinbauverband / Rheingau / Geschichte / Bauernkrieg |
Der „Bauernkrieg“ im
Rheingau
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In
den Jahren 1525 bis 1527 kam es in den deutschen Landen zu Bauernaufständen.
Der Rheingau gehörte zu den wenigen Gebieten, in denen die Aufstände
der Bauern nicht in einem blutigen Gemetzel endeten.
Die Rheingauer erhoben sich gegen die Obrigkeit in Mainz mit dem Erzbischof
und Kurfürsten, Albrecht von Brandenburg, an der Spitze.
Die zentrale Mainzer Herrschaftsgewalt war den Aufständischen
schon lange ein Dorn im Auge gewesen, eine starke Selbstverwaltung
ihr erklärtes Ziel. |
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Der Wunsch der Rheingauer nach Eigenständigkeit erhielt durch
die Ausbreitung der Reformation eine zusätzliche Begründung
und sicherlich auch einen entscheidenden Rückhalt.
Am 23. April 1525 begann der Bauernkrieg im Rheingau: Aufständische
Bauern versammelten sich in Eltville, um vor dem Rat ihre Beschwerden
vorzubringen. Wenige Tage später überreichten sie dem
amtierenden Vitztum im Rheingau, Heinrich von Brömser aus Rüdesheim,
einen 29 Artikel umfassenden Forderungskatalog.
Brömser, der als Vitztum der erzbischöflichen Verwaltung
im Rheingau vorstand, sollte diese Forderungen dem Mainzer Domkapitel
vorlegen. Die aufständischen Rheingauer zogen unterdessen bewaffnet
auf die Wacholder Heide, schlugen dort ihr Lager auf und wollten,
auf diese Art zusammengeschlossen, ihren Forderungen Nachdruck verleihen.
Nachdem die Aufständischen dem Adel seine herrschaftlichen
Positionen und Freiheiten zugesichert hatten, unterstützten
die Rheingauer Adeligen die Aufständischen. Friedrich
von Greiffenclau wurde zum Wortführer der Aufständischen.
Die Artikel wurden noch einmal überarbeitet und dann ein neuer
Forderungskatalog aufgestellt, der jetzt 31 Artikel umfasste.
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Am 19. Mai 1525 wurde dieser Forderungskatalog von dem Mainzer Domkapitel
schriftlich bestätigt; ein Besuch bei der bewaffneten ‚Schar
auf der Wacholder Heide am Tage zuvor wird zur raschen Entscheidungsfindung
der Herren beigetragen haben.
Kurz etwas zu den wichtigsten Forderungen: Anstelle
des Zehnten wollte man in Zukunft nur noch den 30. Teil der Früchte
und des Weines abgeben; Zollgebühren sollten gesenkt werden und
umfassende Neuregelungen der Gerichtsbarkeit wurden gefordert und
vorgeschlagen. An erster Stelle erschien die Forderung der freien
Pfarrerwahl, jede Gemeinde sollte sich ihren Pfarrer selbst wählen
dürfen. Die Artikel, die sich gegen die Kirche wandten, zeigen
einen eindeutig reformatorischen Ursprung. Im 19. Artikel werden die
Klöster des rheingaus zum Aussterben verurteilt, man hat den
Klöstern untersagt, Novizen aufzunehmen.
Nachdem ihre Forderungen alle vertraglich bestätigt worden waren,
verließen die Aufständischen mit Sack und Pack die Wacholder
Heide.
Das Gefühl einen Sieg errungen zu haben, konnten die Rheingauer
aber nicht lange auskosten.
Von Süddeutschland her rückte der „Schwäbische
Bund“, ein Zusammenschluß zahlreicher Fürsten, mit
seinen Truppen heran und überrollte jeden Widerstand.
Die Schreckensvision eines Einmarsches des Schwäbischen Bundes
vor Augen mit seinen verheerenden Auswirkungen für Land und Leute,
zögerten die Rheingauer nicht lange und ergaben sich dem „Schwäbischen
Bund“ auf Gnade und Ungnade. Nun wurden die kurz zuvor bewilligten
31 Artikel natürlich wieder für ungültig erklärt.
Die männliche Bevölkerung des Rheingaus musste sich auf
der Wiese zwischen dem Steinheimer Hof und Eltville versammeln, niederknien
und dem aus Mainz kommenden erzbischöflichen Stadthalter erneut
die Treue schwören.
Es kam zwar zu keinen Massenmorden, doch wurden am 14. Juli 1525 in
Eltville neun und in Bingen drei Aufständische enthauptet; darüber
hinaus wurde den Rheingauern die Zahlung hoher Schadensersatzforderungen
auferlegt. |
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